The Art of Hosting

Aufmerksamkeit

„Art of Hosting“ (AoH) könnte man mit „Die Kunst, GastgeberIn für gute Gespräche zu sein“ übersetzen.

Konkret geht es darum, bunt zusammengewürfelte Gruppen handlungsfähig zu machen, indem qualitätsvolle Räume geschaffen werden, in denen diese Gruppen miteinander über die wirklich wesentlichen Dinge sprechen. Auf dieser Basis können dann gute Lösungen entwickelt werden, die nicht nur innovativ sind, sondern auch breite Zustimmung, Identifikation und Akzeptanz finden.

„Art of Hosting“ ist dabei mehr als eine Methode, es ist eine Haltung.

„Art of Hosting“ steht für kollektive Intelligenz, Zusammenarbeit und Selbstorganisation.

Und – weil als Open Source Technologie organisiert – ist es gewissermaßen „das Linux-Betriebssystem für Veränderungsprozesse“.

Hunderte von Personen in der ganzen Welt entwickeln den Ansatz laufend weiter, er ist mittlerweile in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Asien verbreitet.

„Art of Hosting“ liegen folgende Annahmen und Erfahrungen zugrunde: Die zunehmend komplexen Probleme machen es erforderlich, innovative Lösungen zu finden. Innovation entsteht in erster Linie im Grenzbereich zwischen Ordnung und Chaos, nicht aber unter starker Kontrolle. Werden diese Lösungen von den betroffenen Gruppen in Gesprächen gemeinsam gefunden (ko-kreiert), dann werden sie umfassender sein und breitere Unterstützung finden. Sinnvolle, bedeutsame Gespräche führen zu gemeinsamer Klarheit. Handlungen und Maßnahmen, die sich daraus ergeben, sind nachhaltig und zukunftsfähig.

Die Methoden und Instrumente des „Art of Hosting“ sollen dazu dienen, einen Prozess im Raum zwischen Chaos und Ordnung zu ermöglichen, der „chaordische Weg“, wie es von Dee Hock, dem Gründer und früheren Vorstandsvorsitzenden von Visa International, beschrieben wurde. Der Begriff „chaordisch“ beschreibt die perfekte Ausgewogenheit zwischen Chaos und Ordnung, in der die Evolution sich am wohlsten fühlt.

Durch den achtsam gewählten Einsatz von Methoden wie World Café, wertschätzende Erkundung (Appreciative Inquiry), Open Space, Kreisgespräch, auch Rat oder Circle genannt, etc. treten die betroffenen Interessengruppen in intensive Dialoge und in einen Prozess, der die kollektive Intelligenz für die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen nutzt. Durch das gemeinsame Erarbeiten werden Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Innovation gefördert und die Umsetzung erleichtert.

„Art of Hosting“ Trainings werden seit 2003 in der ganzen Welt angeboten. Praktizierende bilden mittlerweile ein wachsendes, globales Netzwerk. Die Teilnehmer setzen sich für nachhaltige lokale und globale Netzwerke ein, pflegen einen regen Austausch in dialogorientierten Gruppenprozessen und entwickeln sich und den Prozess ständig weiter.

Mittlerweile finden die Verfahren in Unternehmen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und Regierungseinrichtungen immer größere Bedeutung, um gemeinsam Antworten auf die immer komplexer werdenden Fragen und Herausforderungen unserer Zeit zu finden.

Art of Hosting ist eine Kunst und will geübt und praktiziert werden. Je tiefer man ein persönliches Gespür entwickelt für die Methoden, sich einfühlen kann in die Situation einer Gruppe, und schlussendlich, wie sehr man dazu anwesend sein kann, desto besser wird das kollektive Potenzial einer Gruppe genutzt. Wirklich Neues kann so entstehen.
Seien Sie zuversichtlich im Üben und Anwenden, beachten Sie die nötigen Prinzipien, wie z.B. nicht alleine zu arbeiten, und nutzen Sie das sich weltweit ständig erweiternde Netzwerk von praktizierenden Hosts. Wir wünschen viel Erfolg und gutes Gelingen!

Wann und bei welchen Prozessen/Themen ist AoH hilfreich?

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs und globaler Herausforderungen. Es ist erkennbar, dass diese Herausforderungen – wie Klimawandel, demografischer Wandel, Migration und Integration, Gesundheit, Bildung etc. – von uns ein anderes Vorgehen als das bekannte lineare Denkschema mit Analyse-Planung-Umsetzung fordern. Dafür braucht es neue Weg des gegenseitigen Verstehens und Verständnis für tiefergreifende Lösungen die gleichsam (emergieren) entstehen und dies ist auch der Ansatz von AoH.

Es geht dabei auch um wesentliche Fragen wie:

  • Wie könnte eine lebenswerte Zukunft ausschauen?
  • Was wäre ein wirklicher Fortschritt?
  • Was ist Wohlstand?
  • Wie gelingt es uns, Gemeinwohl und Lebensqualität langfristig zu sichern, und zwar lokal, regional und global?
  • Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben, arbeiten und Geld verdienen?
  • Und wie starten wir in Organisationen, Unternehmen und der Gesellschaft schwungvolle und nachhaltige Veränderungsprozesse, an denen sich möglichst viele verschiedene Menschen beteiligen?

Wenn Sie sich auch manchmal diese oder ähnliche Fragen stellen, dann sind Sie mit AoH eingeladen neue Wege der Zusammenarbeit zu erforschen, die uns helfen, kreative und innovative Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden.

Aus den bisherigen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass AoH ideal geeignet ist, wenn es darum geht,

  • das Thema in einen größeren Entwicklungszusammenhang stellen.
  • das ganze System repräsentativ in den Raum holen.
  • abwechslungsreiche und kreative Arbeitsweisen einzusetzen, um das Potenzial der Menschen „schöpferisch freizulegen“.
  • ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstorganisation zu zulassen.
  • die erwünschte gemeinsame Zukunft lebendig und kreativ darzustellen und so schon „Kraft“ für die Umsetzung zu tanken.